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Familie Lorenz
Zwischen Vertrauen und Kontrolle: Vom Verlust der Unbefangenheit

Zwischen Vertrauen und Kontrolle: Vom Verlust der Unbefangenheit

Ich bin verunsichert. Und ich weiß nicht einmal, ob ich das sein darf.

Ich beobachte mich und stelle fest: Mein Handeln hat sich gewandelt. Vorsichtiger. Kontrollierter. Ängstlicher. Nicht weil ich mich verändert habe, sondern weil sich die Bewertung meines Handelns verändert hat.

Früher war ich spontan herzlich. Heute denke ich nach. Ständig. Und - so ehrlich muss ich sein - das macht mich einsam und müde.

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Schule ohne Schulpflicht? Leerstand. Aber warum eigentlich?

Schule ohne Schulpflicht? Leerstand. Aber warum eigentlich?

Stefan Niemann hat kürzlich eine Metapher in den Raum geworfen, die sitzt: Was wäre Schule ohne Schulpflicht? Sie hätte vielerorts das gleiche Schicksal wie unsere Innenstädte: Leerstand.

Seine Diagnose ist schonungslos – und im Kern richtig. „Wissensvermittlung” alter Schule braucht keiner mehr. Fachunterricht gibt's kostenlos im Netz. Der Klassenraum? Ineffizienter geht's kaum. YouTube erklärt Mathe geduldiger, ChatGPT antwortet ohne Augenrollen, Online-Plattformen skalieren – Schule nicht.

Wenn Schule nur institutionalisiertes „Durchkommen” ist, damit man einen Platz in der Gesellschaft zugeordnet bekommt, ist sie tatsächlich ein Auslaufmodell. Stefans Schlussfolgerung: Der einzige echte USP ist und bleibt Beziehung. Resonanz. Gemeinschaft. Der Ort, an dem junge Menschen sich begegnen, sich ausprobieren, sich reiben, Freundschaften schließen, erwachsen werden.

Soweit, so provokant. Und ich stimme zu – fast vollständig.

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mentale Korruption

mentale Korruption

Die Angst, nicht dazuzugehören, ist älter als jede Zivilisation. Sie saß am Lagerfeuer unserer Vorfahren und flüsterte: Wer ausgestoßen wird, stirbt. Heute überlebt man auch allein – aber die Angst bleibt dieselbe.

Autoritäre Macht kennt diese Schwachstelle. Sie isoliert, atomisiert, macht aus Gemeinschaften Ansammlungen einsamer Individuen. Wer allein ist, fügt sich – und beweist seine Loyalität: durch Anpassung, durch Lügen, durch Schweigen. Das erste Mal kostet Überwindung. Das zweite weniger. Das dritte wird zur Gewohnheit. So zerfrisst Angst die Seele, Wirbel für Wirbel. Psychologen nennen das mentale Korruption: die erste Zutat, die eine demokratische Kultur in eine autoritäre umformt.

Doch wo Menschen einander finden, entsteht etwas anderes: gegenseitige Stärkung statt Unterwerfung. Die Frage ist nicht, ob wir Angst haben – die Frage ist, mit wem wir sie teilen. Kleine Akte der Solidarität zeigen: Wir sind nicht allein. Und wer nicht allein ist, muss sich nicht fügen.


Inspiriert durch einen Text von Marie-José Kolly: Du gehörst nicht dazu - Warum Menschen fürchten, ausgeschlossen zu werden.

SchulDebattenFrust

SchulDebattenFrust

Was mich an vielen Schul-Debatten frustriert, ist ihre Oberflächlichkeit. Wir streiten über Noten, Digitalisierung, Lehrpläne. Dabei vergessen wir wozu Schule eigentlich da ist. Wir drehen uns im Kreis, optimieren Details eines Systems, dessen Zweck wir nicht mehr hinterfragen. Dabei wäre die Antwort so grundlegend: Schule ist kein Ort, an dem Wissen von oben nach unten durchgereicht wird. Schule ist auch keine Sortiermaschine für den Arbeitsmarkt. Schule sollte der Ort sein, an dem junge Menschen lernen, selbst zu denken – nicht das zu denken, was von ihnen erwartet wird. Das gelingt nur, wenn sie Wissen nicht konsumieren, sondern sich aneignen. Wenn sie Fragen stellen können, Fehler machen dürfen, eigene Wege gehen. Kurz gesagt:

Schule soll Menschen befähigen, frei zu denken – auf Basis selbst erworbenen Wissens.